Was ist zu tun?

Im Hinblick auf die Einführung der STAF per 1. Januar 2020 sind die Auswirkungen und Planungsmöglichkeiten für Unternehmen und deren Anteilsinhaber individuell zu analysieren. Weil diverse Entscheidungen bereits vor Einführung de STAF zu treffen sind, sollten prioritär bis Ende 2019 Überlegungen zu den nachfolgenden Massnahmen angestellt werden.

  • Abschaffung kantonale Steuerprivilegien
    Infolge Aufhebung der kantonalen Steuerprivilegien (Holdinggesellschaften, Domizilgesellschaften, gemischte Gesellschaften) unterliegen die bisher ganz oder teilweise steuerfreien Erträge zukünftig der ordentlichen Gewinnsteuer. Auch die privilegierten Kapitalsteuersätze werden aufgehoben. Die bei Wegfall eines Steuerprivilegs vorhandenen stillen Reserven (inkl. Goodwill) werden mittels Verfügung festgesetzt. Bei einer Realisation der stillen Reserven innert der nächsten fünf Jahre werden diese dann mit einem reduzierten Gewinnsteuersatz besteuert. Alternativ ist es in diversen Kantonen (z.B. Kanton Bern) möglich, bis zum Inkrafttreten der STAF die bestehenden stillen Reserven (inkl. Goodwill) offenzulegen und sodann steuerwirksam abzuschreiben. Privilegiert besteuerte Gesellschaften sollen anhand ihrer individuellen Situation prüfen, welche Variante für sie vorteilhafter ist.
  • Teilbesteuerung
    Auf Bundesebene - und teilweise auch auf Kantonsebene - werden Dividenden aus qualifizierenden Beteiligungen ab dem Jahr 2020 höher besteuert. Zu prüfen ist daher, ob und in welchem Umfang vorhandene Reserven noch im Jahr 2019 in Form einer Substanzdividende auszuschütten sind.
  • Senkung kantonale Gewinnsteuersätze
    Zwecks Sicherstellung der Standortattraktivität können die Kantone ihre Gewinnsteuersätze senken. Tendenziell sollte daher die Gewinnrealisation - sofern möglich - aufgeschoben werden.
  • Transponierung
    Sofern Streubesitz (d.h. Beteiligungen von weniger als 5%) in eine selbstbeherrschte Gesellschaft eingebracht werden soll, muss dies vor Ende 2019 erfolgen.
  • Wahl Unternehmenssitz
    Aufgrund der kantonalen Unterschiede bei den verschiedenen Massnahmen der STAF (z.B. erhöhte F&E-Abzüge) ist zu klären, ob eine Sitzverlegung oder Verlagerung von Aktivitäten steuerlich sinnvoll ist.